Wednesday, 18. november 2009
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/11
/Nov.
/2009
16:47
Bilder hier: http://picasaweb.google.de/mpunktk
[Prolog 1]
Es ward einmal ein beschauliches Städtlein namens Medellín im Herzen Kolumbiens. Eines Tages erwachte es im Morgengrauen und fand es sich seiner beiden Ehrengäste beraubt...
[Prolog 2]
Flo trifft Martin auf der Geburtstagsfeier von Nancy.
F: Hey Martin, Lust nächste Woche nach Leticia zu fahren?
M: Wohin?
F: An den Amazonas! Dschungel und so...
M: Mmhh... Klar, warum nicht!
[Akt 1 und 2; episch]
Mittwoch
Nun, so packten wir unsere Sachen zusammen und setzten uns in den Flieger. Mit Zwischenstopp in Bogotá lautete das Ziel: Das Dreiländereck Peru, Brasilien und Kolumbien; auf der anderen Seite des Äquators.
Wir kamen nachmittags an und suchten unser Quartier auf. Wir zogen dann durch die Stadt um uns eine Dschungel-Tour zu organisieren. Meine auf indischen Basaren erprobten Verhandlungsfähigkeiten kamen zum Einsatz und am Ende des Tages stand unsere Reise.
Donnerstag
Am nächsten morgen saßen wir bereits um 6 Uhr morgens im
Boot und schipperten den Amazonas
entlang. An Bord waren unser Guide Julio, ein Bootsführer und dessen Frau, sowie Florian und ich.
Der Amazonas ist schon ein mächtiger Apparat... Auch der Nebenfluß Rio Javari, den wir lange entlangschipperten, ist gar nicht soooo klein. Es war jedenfalls eine spannende Bootsfahrt voller neuer Eindrücke und einigen Geschichten von Julio, und so vergingen die vier Stunden dann auch recht schnell.
Unser erstes Ziel war das beschauliche Amazonasdörflein Sacambú. Sacambú ist peruanisch und obwohl auf untenstehender Karte prominent vermerkt, zählt es gerade mal 50-60 Einwohner.
Wie kann man sich die Region vorstellen? Am besten mal hinreisen! Der Urwald ist einfach riesig. Schon unsere Flugroute hatte sich lange Zeit über nichts als endlos grüne Landschaften erstreckt, ab und an von einem braunen Fluß durchzogen (man erreicht Leticia nur per Flugzeug, Straßen gibt es keine). So spielt sich auch alles Leben entlang des Amazonas-Flußnetzes ab, Fortbewegungsmittel sind nicht Metro und Auto, sondern Kanu und Motorboot.
[die ganze schöne Karte sollte man hier anschauen: Klick]
Sacambú war während der nächsten drei, vier Tage unser Basiscamp, von dem aus wir unsere Touren unternahmen. Das Dorf ist sehr an Touristen gewöhnt (wir waren die einzigen zu der Zeit) und verdient sich so ein paar Pesos hinzu, dennoch ist es noch ausreichend anders. Gut abgeschnitten von der Zivilisation geht dort alles sehr viel ruhiger zu. Der Fluß zu Füßen des Dorfes spielt eine überragende Rolle im Leben dort. Zum einen beherbergt er Unmengen an Fisch, zum anderen ist er der einzigeTransportweg. Im Dezember/Januar/Februar steigt der Wasserspiegel enorm an, sodass das ganze Dorf unter Wasser steht, die Bewohner kaum ihr Haus verlassen können. Daher also die praktischen Stelzen! (Wasserpegel im letzten Jahr: bis zur Verfärbung des Holzes ca. 1 m über Florians leerem Kopf)
Nach dem Mittagessen machten wir unsere erste Wanderung im Dschungel, den wir bisher nur vom Wasser aus hatten bestaunen können. Zwei Stunden lang folgten wir Enriqué, einem Dorfbewohner und unserem zweiten Guide, durch den Wald und er zeigte uns allerhand spannender Pflanzen und Bäume....
Ihr könnt auf meinen Bildern allerhand Dschungel sehen, aber wie so oft reichen diese absolut nicht aus um das Erfahrene wiederzuspiegeln. Neben dem Visuellen werden auch alle anderen Sinneseindrücke gefordert. Es war sehr heiß, man roch Wald und Schweiß, eine beeindruckende Geräuschkulisse umgibt einen (eher Insekten und Vögel als Jaguar und Affen), man schlägt ach wie vergeblich nach Mücken, Mücken, Mücken und schmecken... nun, Schweiß gab es genug!
Ich hatte mir vorgestellt, dass man quer durch den Dschungel läuft und alles voller wundervoller Tiere ist. Mischung aus Affenhaus im Kölner Zoo und Disney's Dschnungelbuch vielleicht. Ganz so war es nicht. Dschungel bedeutet hier dichter Urwald, weswegen man nur mühsam querfeldein laufen kann. Selbst mit Machete ist das ein sehr, sehr mühsames Unterfangen. Deswegen liefen wir Pfade entlang, die schon genügend andere Touristen vor uns gesehen haben und nicht durch den dichtesten Dschungel führen. Und die großen Tierchens wissen sich durchaus vor den Menschenviehcherns zu verstecken..
Trotzdem: ein Wahnsinn!
(Enriqué und Julio)
Zurück ging es nach Sacambú wo wir in Hängematte die Nacht verbrachten. Ich freute mich von nichts als Dschungelgeräuschen umgeben in die Heia fallen zu können, als Abwechslung vom meinem lauten Zimmer in Medellín... Nix da: der Stromgenerator war deutlich lauter als meine heimatliche Avenida Las Vegas, so dass ich mir meine Ohrhörer schnappte und zu den sphärischen Klängen von Sigur Rós einschlummerte.
Freitag
Morgens um 8 Uhr nochwas waren wir wieder im Dschungel unterwegs. Diesmal für vier Stunden und wieder war es großartig! Bäume die wandern; Bäume, deren Gift tötet; Bäume und Pflanzen, die gegen verschiedene Erkrankungen oder Gifte helfen; wildlebender Kakao; Kautschukbäume; wasserspendende Bäume (große klasse!). Ich entdeckte auch zwei neue Pflanzenarten, glaube ich zumindest.
Tiere sahen wir auch einige, am prominentesten wunderschöne Papageien und eine 20-30köpfige Affenherde, inklusive einem richtig großen Mono Negro. Ich konnte nicht ausschließen, dass es ein Gorilla war, bis ich gerade auf Wikipedia las, dass diese im schönen Afrika beheimatet sind. Was für eine Enttäuschung!
Und man, was stinken diese Tiere! Endlich gab es das Affenhaus-Feeling, der Geruch verfolgte uns auch noch eine gute halbe Stunde nachdem die Möchtegern-Menschen schon weg waren.
Auch diesmal gab es ausreichend Schweiß und Mücken für alle.
Wir bezogen nachmittags unser Quartier im Dschungel, diesmal sollte nur der Himmel und Bäume über unseren Hängematten lauern. Dann versuchten wir uns im Angeln. Da wir keinen Fisch zum Aufgeben überreden konnten, gab es konsequenterweise nichts zum Abendessen, außer einer im Feuer geräucherten Banane.
Um 18 Uhr lagen wir bereits in der Hängematte, so sehr hatte uns der Tag geschafft! Es war auch schon dunkel und so hörte man zwar viele, viele Geräusche, konnte diese aber nicht wirklich zuordnen. Gruselig fand ich nur die Moskitos, die mich inner- und außerhalb meines Moskitonetzes in den Schlaf summten.
Samstag
Vor 6 Uhr waren wir auf den Beinen und wir schipperten zurück nach Sacambú. Vormittags besuchten wir ein Dorf namens Comunidad 28 de Julio (nach dem peruanischen Nationalfeiertag) und wanderten etwas durch die Gegend herum. Allerhand spannende Pflanzen zeigte uns Enriqué und wir durften viele leckere Früchte futtern. Sternfrucht, frisch vom Baum: unschlagbar!!!!
Wir besuchten noch den Schamanen und Dorfhäuptling der mit seinem Sohn
etwas abseits wohnt,
probierten seinen selbstgebrannten Cachaça und erfuhren, wie er den hijoeputa Jaguar erschoss.
Zurück ins Dorf, mittagessen, Siesta, in grausamer Hitze Volleyball spielen, Nachtlager im Dschungel vorbereiten, schwimmen, frischen Fisch verspeisen, erfolglos auf Kaiman-Jagd gehen (zumindest haben wir einen großen gesehen), schlafen gehen. Wir sahen noch eine Tarantula, die wohnte aber immerhin 10m von unseren Hängematten entfernt. Ist auch gar nicht lethal giftig.
Sonntag
Wieder erwachten wir früh und verließen unser Nachtlager Richtung Sacambú. Dort machten wir Bekanntschaft mit Anaconda (klein, 2m, Haustier) und Kaiman, dann suchten wir die rosanen Flußdelphine auf (ja, die gibts!) und ich ließ die anderen nach Piranhas angeln (diesmal konnte das Team Erfolge verzeichnen), dann verspeisten wir besagte Fische, sagten Tschüs! und zurück ging es den Jarví entlang in die Zivilisation. Unterwegs gab es ein ordentliches Unwetter, ganz wohl fühlte ich mich dabei nicht. Im Vergleich zum Amazonas war unser Boot doch von überschaubarer Größe...
Den Abend und die Nacht verbrachten wir in Tapatinga. Tapatinga liegt in Brasilien, grenzt aber direkt an das kolumbianische Leticia. Desweiteren ist es auf meiner persönlichen Top 10-Liste der grässlichsten und hässlichsten Städte nun recht weit oben vertreten... Da lob ich mir doch mein Kolumbien! Auch Leticia war sehr viel exotischer als Medellín (erinnerte mich eher an ein indisches Städtlein), aber sauber und anschaulich.
Es war ein echt toller Urlaub! Soviel erlebt, soviele Sinneseindrücke... So ein paar Tage völlig abseits der Zivilisation, - ohne Handy, Telefon, Internet, Strom - laden natürlich auch sehr zum Reflektieren ein. Wieviel von unserem überladenen Leben eigentlich nötig ist, wie wenig man doch braucht um trotzdem (?) glücklich leben zu können.. Das Leben der Indigenas im Amazonasgebiet ist sicherlich nicht einfach, aber durchaus von Harmonie und Gelassenheit geprägt. Und wie nett wir behandelt wurden...
Danke an meinen verehrten Reisekollegen Florian, ohne den ich wahrscheinlich nicht an den Amazonas gereist wäre und mir nicht meinen Kindheitstraum erfüllt hätte! Auch danke ich meinen Eltern und meinen leicht muffelnden Schwestern, die mich stets unterstützt haben. Meinen Managern und Produzenten gebührt ebenso Dank wie natürlich meinen treuen Fans, die mich auch in schlechten Tagen nie alleine ließen. Dieser Preis gehört euch!
[Epilog]
Hermann rannte panisch in sein Zimmer hinein. Er verschloss die Tür hinter sich, zerbrach den Schlüssel in zwei Teile, setzte sich in die Ecke und fing an jämmerlich zu heulen. Sein Fisch blickte auf, setzte sich zu Herrmann, legte die Flosse tröstend um dessen Schultern und sang ihn in einen komaähnlichen Schlaf.
[Prolog 1]
Es ward einmal ein beschauliches Städtlein namens Medellín im Herzen Kolumbiens. Eines Tages erwachte es im Morgengrauen und fand es sich seiner beiden Ehrengäste beraubt...
[Prolog 2]
Flo trifft Martin auf der Geburtstagsfeier von Nancy.
F: Hey Martin, Lust nächste Woche nach Leticia zu fahren?
M: Wohin?
F: An den Amazonas! Dschungel und so...
M: Mmhh... Klar, warum nicht!
[Akt 1 und 2; episch]
Mittwoch
Nun, so packten wir unsere Sachen zusammen und setzten uns in den Flieger. Mit Zwischenstopp in Bogotá lautete das Ziel: Das Dreiländereck Peru, Brasilien und Kolumbien; auf der anderen Seite des Äquators.
Wir kamen nachmittags an und suchten unser Quartier auf. Wir zogen dann durch die Stadt um uns eine Dschungel-Tour zu organisieren. Meine auf indischen Basaren erprobten Verhandlungsfähigkeiten kamen zum Einsatz und am Ende des Tages stand unsere Reise.
Donnerstag
Am nächsten morgen saßen wir bereits um 6 Uhr morgens im
Boot und schipperten den Amazonas
entlang. An Bord waren unser Guide Julio, ein Bootsführer und dessen Frau, sowie Florian und ich.Der Amazonas ist schon ein mächtiger Apparat... Auch der Nebenfluß Rio Javari, den wir lange entlangschipperten, ist gar nicht soooo klein. Es war jedenfalls eine spannende Bootsfahrt voller neuer Eindrücke und einigen Geschichten von Julio, und so vergingen die vier Stunden dann auch recht schnell.
Unser erstes Ziel war das beschauliche Amazonasdörflein Sacambú. Sacambú ist peruanisch und obwohl auf untenstehender Karte prominent vermerkt, zählt es gerade mal 50-60 Einwohner.
Wie kann man sich die Region vorstellen? Am besten mal hinreisen! Der Urwald ist einfach riesig. Schon unsere Flugroute hatte sich lange Zeit über nichts als endlos grüne Landschaften erstreckt, ab und an von einem braunen Fluß durchzogen (man erreicht Leticia nur per Flugzeug, Straßen gibt es keine). So spielt sich auch alles Leben entlang des Amazonas-Flußnetzes ab, Fortbewegungsmittel sind nicht Metro und Auto, sondern Kanu und Motorboot.
[die ganze schöne Karte sollte man hier anschauen: Klick]
Sacambú war während der nächsten drei, vier Tage unser Basiscamp, von dem aus wir unsere Touren unternahmen. Das Dorf ist sehr an Touristen gewöhnt (wir waren die einzigen zu der Zeit) und verdient sich so ein paar Pesos hinzu, dennoch ist es noch ausreichend anders. Gut abgeschnitten von der Zivilisation geht dort alles sehr viel ruhiger zu. Der Fluß zu Füßen des Dorfes spielt eine überragende Rolle im Leben dort. Zum einen beherbergt er Unmengen an Fisch, zum anderen ist er der einzigeTransportweg. Im Dezember/Januar/Februar steigt der Wasserspiegel enorm an, sodass das ganze Dorf unter Wasser steht, die Bewohner kaum ihr Haus verlassen können. Daher also die praktischen Stelzen! (Wasserpegel im letzten Jahr: bis zur Verfärbung des Holzes ca. 1 m über Florians leerem Kopf)
Nach dem Mittagessen machten wir unsere erste Wanderung im Dschungel, den wir bisher nur vom Wasser aus hatten bestaunen können. Zwei Stunden lang folgten wir Enriqué, einem Dorfbewohner und unserem zweiten Guide, durch den Wald und er zeigte uns allerhand spannender Pflanzen und Bäume....
Ihr könnt auf meinen Bildern allerhand Dschungel sehen, aber wie so oft reichen diese absolut nicht aus um das Erfahrene wiederzuspiegeln. Neben dem Visuellen werden auch alle anderen Sinneseindrücke gefordert. Es war sehr heiß, man roch Wald und Schweiß, eine beeindruckende Geräuschkulisse umgibt einen (eher Insekten und Vögel als Jaguar und Affen), man schlägt ach wie vergeblich nach Mücken, Mücken, Mücken und schmecken... nun, Schweiß gab es genug!
Ich hatte mir vorgestellt, dass man quer durch den Dschungel läuft und alles voller wundervoller Tiere ist. Mischung aus Affenhaus im Kölner Zoo und Disney's Dschnungelbuch vielleicht. Ganz so war es nicht. Dschungel bedeutet hier dichter Urwald, weswegen man nur mühsam querfeldein laufen kann. Selbst mit Machete ist das ein sehr, sehr mühsames Unterfangen. Deswegen liefen wir Pfade entlang, die schon genügend andere Touristen vor uns gesehen haben und nicht durch den dichtesten Dschungel führen. Und die großen Tierchens wissen sich durchaus vor den Menschenviehcherns zu verstecken..
Trotzdem: ein Wahnsinn!
(Enriqué und Julio)
Zurück ging es nach Sacambú wo wir in Hängematte die Nacht verbrachten. Ich freute mich von nichts als Dschungelgeräuschen umgeben in die Heia fallen zu können, als Abwechslung vom meinem lauten Zimmer in Medellín... Nix da: der Stromgenerator war deutlich lauter als meine heimatliche Avenida Las Vegas, so dass ich mir meine Ohrhörer schnappte und zu den sphärischen Klängen von Sigur Rós einschlummerte.
Freitag
Morgens um 8 Uhr nochwas waren wir wieder im Dschungel unterwegs. Diesmal für vier Stunden und wieder war es großartig! Bäume die wandern; Bäume, deren Gift tötet; Bäume und Pflanzen, die gegen verschiedene Erkrankungen oder Gifte helfen; wildlebender Kakao; Kautschukbäume; wasserspendende Bäume (große klasse!). Ich entdeckte auch zwei neue Pflanzenarten, glaube ich zumindest.
Tiere sahen wir auch einige, am prominentesten wunderschöne Papageien und eine 20-30köpfige Affenherde, inklusive einem richtig großen Mono Negro. Ich konnte nicht ausschließen, dass es ein Gorilla war, bis ich gerade auf Wikipedia las, dass diese im schönen Afrika beheimatet sind. Was für eine Enttäuschung!
Und man, was stinken diese Tiere! Endlich gab es das Affenhaus-Feeling, der Geruch verfolgte uns auch noch eine gute halbe Stunde nachdem die Möchtegern-Menschen schon weg waren.
Auch diesmal gab es ausreichend Schweiß und Mücken für alle.
Wir bezogen nachmittags unser Quartier im Dschungel, diesmal sollte nur der Himmel und Bäume über unseren Hängematten lauern. Dann versuchten wir uns im Angeln. Da wir keinen Fisch zum Aufgeben überreden konnten, gab es konsequenterweise nichts zum Abendessen, außer einer im Feuer geräucherten Banane.
Um 18 Uhr lagen wir bereits in der Hängematte, so sehr hatte uns der Tag geschafft! Es war auch schon dunkel und so hörte man zwar viele, viele Geräusche, konnte diese aber nicht wirklich zuordnen. Gruselig fand ich nur die Moskitos, die mich inner- und außerhalb meines Moskitonetzes in den Schlaf summten.
Samstag
Vor 6 Uhr waren wir auf den Beinen und wir schipperten zurück nach Sacambú. Vormittags besuchten wir ein Dorf namens Comunidad 28 de Julio (nach dem peruanischen Nationalfeiertag) und wanderten etwas durch die Gegend herum. Allerhand spannende Pflanzen zeigte uns Enriqué und wir durften viele leckere Früchte futtern. Sternfrucht, frisch vom Baum: unschlagbar!!!!
Wir besuchten noch den Schamanen und Dorfhäuptling der mit seinem Sohn
etwas abseits wohnt,
probierten seinen selbstgebrannten Cachaça und erfuhren, wie er den hijoeputa Jaguar erschoss.Zurück ins Dorf, mittagessen, Siesta, in grausamer Hitze Volleyball spielen, Nachtlager im Dschungel vorbereiten, schwimmen, frischen Fisch verspeisen, erfolglos auf Kaiman-Jagd gehen (zumindest haben wir einen großen gesehen), schlafen gehen. Wir sahen noch eine Tarantula, die wohnte aber immerhin 10m von unseren Hängematten entfernt. Ist auch gar nicht lethal giftig.
Sonntag
Wieder erwachten wir früh und verließen unser Nachtlager Richtung Sacambú. Dort machten wir Bekanntschaft mit Anaconda (klein, 2m, Haustier) und Kaiman, dann suchten wir die rosanen Flußdelphine auf (ja, die gibts!) und ich ließ die anderen nach Piranhas angeln (diesmal konnte das Team Erfolge verzeichnen), dann verspeisten wir besagte Fische, sagten Tschüs! und zurück ging es den Jarví entlang in die Zivilisation. Unterwegs gab es ein ordentliches Unwetter, ganz wohl fühlte ich mich dabei nicht. Im Vergleich zum Amazonas war unser Boot doch von überschaubarer Größe...
Den Abend und die Nacht verbrachten wir in Tapatinga. Tapatinga liegt in Brasilien, grenzt aber direkt an das kolumbianische Leticia. Desweiteren ist es auf meiner persönlichen Top 10-Liste der grässlichsten und hässlichsten Städte nun recht weit oben vertreten... Da lob ich mir doch mein Kolumbien! Auch Leticia war sehr viel exotischer als Medellín (erinnerte mich eher an ein indisches Städtlein), aber sauber und anschaulich.
Es war ein echt toller Urlaub! Soviel erlebt, soviele Sinneseindrücke... So ein paar Tage völlig abseits der Zivilisation, - ohne Handy, Telefon, Internet, Strom - laden natürlich auch sehr zum Reflektieren ein. Wieviel von unserem überladenen Leben eigentlich nötig ist, wie wenig man doch braucht um trotzdem (?) glücklich leben zu können.. Das Leben der Indigenas im Amazonasgebiet ist sicherlich nicht einfach, aber durchaus von Harmonie und Gelassenheit geprägt. Und wie nett wir behandelt wurden...
Danke an meinen verehrten Reisekollegen Florian, ohne den ich wahrscheinlich nicht an den Amazonas gereist wäre und mir nicht meinen Kindheitstraum erfüllt hätte! Auch danke ich meinen Eltern und meinen leicht muffelnden Schwestern, die mich stets unterstützt haben. Meinen Managern und Produzenten gebührt ebenso Dank wie natürlich meinen treuen Fans, die mich auch in schlechten Tagen nie alleine ließen. Dieser Preis gehört euch!
[Epilog]
Hermann rannte panisch in sein Zimmer hinein. Er verschloss die Tür hinter sich, zerbrach den Schlüssel in zwei Teile, setzte sich in die Ecke und fing an jämmerlich zu heulen. Sein Fisch blickte auf, setzte sich zu Herrmann, legte die Flosse tröstend um dessen Schultern und sang ihn in einen komaähnlichen Schlaf.

